Folgen für die medizinische Versorgung wären fatal

Die Schweiz würde sich den Zugang zu vielen neuen Medikamenten und Impfstoffen verbieten. Dies betrifft beispielsweise neue Antibiotika oder Medikamente zur Behandlung von Covid-Langzeitfolgen. Die Auswirkungen eines solchen Totalverbots sind fatal.
Bild
Die Initiative setzt die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung in verantwortungsloser Weise aufs Spiel

Am deutlichsten spürbar würde eine Umsetzung der Initiative in der medizinischen Versorgung. Die Schweiz würde sich den Zugang zu vielen neuen Medikamenten und Impfstoffen verbieten. Dies betrifft beispielsweise neue Antibiotika oder Medikamente zur Behandlung von Covid-Langzeitfolgen. Die Auswirkungen eines solchen Totalverbots sind fatal: Wäre die Initiative bei Ausbruch der Corona-Pandemie bereits in Kraft gewesen, hätte die Schweiz keinen einzigen Impfstoff einsetzen dürfen. Dies gilt auch für weitere Impfstoffe in zukünftigen Pandemien. Aufgrund des Einfuhrverbots wäre die Schweizer Bevölkerung aber auch von medizinischen Fortschritten, beispielsweise in der Krebsforschung, ausgeschlossen. Selbst im absoluten Notfall lässt der Initiativtext keine Ausnahme zu:

«Die Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt muss jederzeit gewährleistet sein; falls dazu bei Neuentwicklungen respektive Neueinfuhren keine amtlich anerkannten tierversuchsfreien Verfahren existieren, gilt ein Zulassungsverbot für das Inverkehrbringen respektive ein Verbot der Ausbringung und Freisetzung in der Umwelt.»

Konkret: Selbst wenn eine Krankheit nur mit einer medizinischen Neuentwicklung behandelt werden kann, für die Tierversuche nötig waren, ist deren Zulassung strikt verboten. Die Initianten opfern in Extremsituationen also lieber Menschenleben, als von ihrem starren Verbot abzuweichen. Für die breite Bevölkerung ist eine derartige Einschränkung der medizinischen Leistungen hochgefährlich. Es muss befürchtet werden, dass in der Schweiz rasch ein Schwarzmarkt für Heilmittel entstehen würde, mit den entsprechenden Gefahren, weil Medikamente ungeprüft in Umlauf gelangen. Wer es sich leisten kann, wird sich hingegen ganz legal im Ausland behandeln lassen. Eine solche Zwei-Klassen-Medizin schafft enorme Ungerechtigkeiten. Betroffen wäre aber auch die medizinische Ausbildung in der Schweiz: So müssen schwierige Eingriffe wie zum Beispiel Herztransplantationen an Tieren eingeübt werden können, was die Initiative verbietet. Die Chirurgie-Ausbildung würde darunter stark leiden.

Medizinischer Fortschritt dank Tierversuchen

Für viele Krankheiten, die früher viele Opfer forderten, gibt es heute erfolgreiche Therapien oder vorbeugende Impfungen. Entwickelt werden konnten sie dank Forschung mit Tieren und Menschen. Von der einfachen Halswehtablette über Antibiotika und Insulin bis zu Impfstoffen gegen Kinderlähmung – ohne diese Versuche wären sie heute nicht verfügbar. Gleiches gilt für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebstherapien, AIDS-Medikamente oder chirurgische Eingriffe wie Organtransplantationen.